Teuerster Teppich der Welt

DER 900-EURO-TEPPICH, DER JETZT 7,5 MILLIONEN KOSTET

Dr. Hannes Hartung vertritt die ursprüngliche Eigentümerin des Teppichs, welcher von einem Augsburger Auktionshaus schwer verkannt wurde. Dieses Auktionshaus hatte einen seltenen Kerman Blattwerkteppich aus dem 17. Jahrhundert als persische Galerie bezeichnet und mit € 900 bewertet. Ein halbes Jahr später wurde dieser Teppich zum Weltrekordpreis von über 6 Millionen Pfund bei Christie´s in London versteigert. Der Fall liegt zur Entscheidung beim Oberlandesgericht München, Außensenat Augsburg. Eine Schilderung des Falles (damals noch in der ersten Instanz) gibt die Welt:

 

“ … Der Fall ist speziell, die Rechtsanwälte sind entsprechend, Peter Raue (70) aus Berlin, Hannes Hartung (38) aus München, zwei Anwälte mit Entertainerbewusstsein. Es geht ja auch um Superlative. Um mysteriöse Millionäre, um die verrückte Kunstwelt und um ziemlich viel Pech. …

 

Und Peter Raue in der Regel mit prominenteren Mandanten. Er vertrat schon Heiner Müller im Streit mit den Erben Bert Brechts. Bekannt wurde Raue vor allem aber als Mr. MoMa, weil er den Direktor des Museums of Modern Art in New York dazu brachte, seine Sammlung für die Zeit der Renovierung nach Berlin zu bringen.

 

Der Anwalt der Gegenseite ist rund 30 Jahre jünger, doch Hannes Hartung gibt sich keinesfalls weniger selbstbewusst als sein Kollege. Ab Februar vertritt er die Künstlergruppe der East Side Gallery, die sich gegen die „Werkvernichtung“ und unerlaubte Vervielfältigung ihrer Arbeit zur Wehr setzt. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls waren die 1316 Meter langen Mauerreste an der Spree, die 1990 von Künstlern bemalt worden waren, mit Wasserdampf von jeglichen Farbresten befreit worden. Um sie dann, gegen eine Aufwandsentschädigung von 3000 Euro, von Neuem mit denselben Motiven bemalen zu lassen.“

 

Vollständiger Artikel der Zeitung „Die Welt“ vom 08.12.2011 in

http://www.welt.de

 

Einen aktuellen Bericht finden Sie zudem in THE ART NEWSPAPER von Julia Michalska vom 11. Dezember 2013. Dort heißt es:

 

Another case, which is currently being fought in a Munich court by a consignor, might help to establish guidelines for auction houses’ legal responsibilities. In 2009, the Rehm auction house in Augsburg estimated a “Persian carpet” at € 900. It sold for €19,700. A few months later, the carpet was consigned to Christie’s London, where it was catalogued as a “Vase carpet”, created in the Iranian city of Kerman in the 17th century. According to the item’s description in the catalogue, it was also thought to have been in the collection of Comtesse de Béhague (1870-1939). The carpet had an estimate of £200,000 to £300,000 and sold for an eye-watering £6.2m. The collector who had consigned the carpet to Rehm then sued the auction house for damages.

 

During the case, which is now in the appeal stage, the upper regional court in Munich tested the legal obligations of the auctioneer.

 

According to Hannes Hartung, the collector’s lawyer, the court is examining which legal duties should apply to smaller auction houses such as the Augsburg firm, which does not have the ability of its larger counterparts to research lots. Since the auctioneer was aware before the sale that at least 20 dealers were interested in the carpet, Hartung hopes the court will decide that auctioneers must inform consignors when they are unable to provide an accurate estimate for a lot and, in those cases, recommend external specialists for guidance on pricing and attribution.

 

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