THEMIS Hartung und Partner Rechtsanwälte hat sich verdoppelt.

Die auf Kunstrecht, private clients und Schauspieler spezialisierte Kanzlei konnte für das Berliner Büro einen Partner und für das Münchener Büro einen Senior Associate gewinnen.

Die Kanzlei hat damit jetzt 2 Equity Partner, 1 Partner, 1 Counsel und 2 Associates.

 

 

Partnerzugang in Berlin RA Konstantin von Reden-Lütcken, MBA

 

Konstantin von Reden-Lütcken, MBA (Medienmanagement), ist seit zwanzig Jahren Rechtsanwalt mit Fokus auf Urheber- und Medienrecht, Allgemeines Zivil- und Gesellschaftsrecht und Strafrecht. Konstantin von Reden-Lütcken ergänzt das Themis-Partner Team als erfahrender Urheber- und Medienrechtler mit ergänzender Ausrichtung auf Compliance und Strafrecht. Konstantin arbeitete zunächst als Rechtsanwalt in der Zeichentrickfilmbranche (Filmfinanzierung, Ko-Produktionen, Due Diligences, Lizenzverträge, Verträge mit Kreativen) bevor er Unternehmen medien-, gesellschaftsrechtlich und hinsichtlich Compliance im Kapitalmarkt beriet (Kleinbörsengänge, Due Diligences, Compliance, Wertpapierprospektrecht). Seit fünf Jahren untersucht er Unternehmensinterne Sachverhalte in Vorbereitung der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen und Strafanzeigen. Parallel verteidigt er Mandanten im Wirtschaftsstrafrecht und verfolgt weiter seine Passion Urheber- und Medienrecht. Diese Passion kommt von eigener Malerei und Fotografie.

 

Eigene Bilder von Konstantin von Reden-Lütcken (KRLART) sind als Replika bei www.designersgroup.de und im Original bei www.satchiart.com käuflich erhältlich. Konstantin von Reden-Lütcken ist Gründer der Matchingplatform LEGAL PROS (https://www.legal-pros.eu) und Miteigentümer einer Sicherheitsfirma in Berlin, in der er Mitarbeiter und Externe rechtlich aus- und fortbildet.

 

 

 

Senior Associate RA Franziska Stalleicken, MLitt

 

Am Münchener Standort hat THEMIS sich mit einer erfahrenen Anwältin als Senior Associate verstärkt. Frau Franziska Stalleicken ist seit 2013 als Rechtsanwältin zugelassen und seit 2007 im internationalen Kunstmarkt tätig.

Zusätzlich zu ihrer juristischen Qualifikation hat sie einen Master in „History of Art and Art-world Practice“ absolviert, sowie ein post-graduierten Diplom in „Modern and Contemporary Art“ der University of Cambridge.

Nach langjähriger Tätigkeit in London – beim Auktionshaus Christie’s in verschiedenen Abteilungen und als Juristin für die Single Family Offices zweier internationaler Kunstsammler, vertritt Franziska Stalleicken als Rechtsanwältin seit 2015 unter anderem Kunst- und Edelsteinsammler, Kunsthändler, Künstler sowie Family Offices.

Franziska Stalleicken bietet ihren Mandanten eine ganzheitliche Beratung in Vermögensfragen, im internationalen Erb-und Erbschaftssteuerrecht, Stiftungsrecht und im Bereich der Unternehmensnachfolge. 2019 hat sie eine Fachspezialisierung als „Zertifizierter Family Officer“ (FVF) absolviert.

Nach mehrjähriger Ausbildung und Tätigkeit im Ausland, u.a. in England und Brasilien, berät Franziska Stalleicken ihre Mandanten auch auf Englisch und Portugiesisch. Sie verfügt über  Rechtssprachzertifikate im Brasilianischen Recht der Humboldt Universität zu Berlin, im Anglo-Amerikanischen Recht der Universität Potsdam, sowie in der Französischen Juristischen Fachterminologie der Université de Genève.

 

 

THEMIS Hartung & Partner Rechtsanwälte gehört zu den bundesweit anerkannten Kanzleien für Kunst & Kultur, Denkmalschutz und Schauspieler.

Zur Unterstützung des Partnerreferats von Rechtsanwalt Dr. Hannes Hartung suchen wir einen Rechtsanwalt (m/w/d) als freier Mitarbeiter, gegebenenfalls auch in Anstellung in Teilzeit, gerne auch promotionsbegleitend.

Aufgrund unserer Mandate sind Vorkenntnisse und Erfahrungen im Kunstrecht, Urheber- Medienrecht, ggf. auch im Stiftungsrecht, in jedem Fall gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, wünschenswert.

Es erwartet Sie eine spannende Tätigkeit mit interessanten und anspruchsvollen Mandaten in guter und kollegialer Atmosphäre in unserer schönen GalerieKanzlei im Kunstareal München.

Bei Interesse bitten wir Sie um Ihre Unterlagen per E-Mail an

Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen!

 

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Liebe Freundinnen und Freunde der Kanzlei,

 

Schon wieder neigt sich ein tolles Jahr seinem Ende zu. Dankbar und zufrieden blicke ich darauf zurück. Wir konnten viele Fälle erfolgreich abschließen.

So führte u.a. unsere Strafverteidigung von Auktionatoren bei einem großen Strafprozess mit 190 Anklagepunkten zur Einstellung des Verfahrens. Durch das ganze Jahr hinweg haben wir mit Freude und Engagement für unsere Mandanten gekämpft, für ihre Rechte, für ihr Eigentum, für ihre Persönlichkeitsrechte und für vieles mehr.

Eine kleine Auswahl besonderer Fälle des Jahres 2019 finden Sie in unseren Art Law Highlights 2019 unten. Wir bleiben dran und freuen uns auf die Herausforderungen der Zukunft und das Jahr 2020.

Am Meisten freuen wir uns aber auf den weiteren Austausch mit Ihnen!

Fröhliche Weihnachten und ein glückliches, erfolgreiches und gesundes neues 2020!

Herzlichst

Ihr Hannes Hartung

***

 

Dear friends and colleagues,

 

Another great year is drawing to a close. I look back on it gratefully and contentedly. We could close many cases successfully.

For example, our criminal defence of auctioneers in a large criminal trial with 190 charges led to the suspension of the proceedings. Throughout the year we fought with joy and commitment for our clients, for their rights, for their property, for their personal rights and for much more.

You can find a small selection of special cases of the year 2019 in our Art Law Highlights 2019 below. We stay tuned and look forward to the challenges of the future and the year 2020.

Most of all, however, we look forward to further exchange with you!

Merry Christmas and a happy, successful and healthy new 2020!

Sincerely

 

Your Hannes Hartung

#Kunstrecht #Highlights #BGH #Purrmann #Raubkunst #Beutekunst #Restitution #Erfolg #Einstellung #Polen #Awards #THEMIS #Hartung #Erbrecht #Stiftungsrecht #Privateclients

 

And here we go:

26 Jul RA Dr. Hannes Hartung erstreitet mit Dr. von Plehwe wichtiges Urteil beim Bundesgerichtshof

Ein Wohnungseinbruch ist für jeden ein Albtraum. Noch schlimmer ist es, wenn hierbei persönliche Dinge, die einem ans Herz gewachsen sind, brutal entwendet werden. Der bekannte deutsche Maler Hans Purrmann hat seine Frau in dem schönen Werk Frau im Sessel in Sorrent im Jahr 1924 porträtiert und später seiner Tochter geschenkt. Daneben wurde das Werk Blumenstrauß aus dem Jahr 1939 gestohlen

In einem wegweisen Urteil hat der Bundesgerichtshof am 19. Juli 2019 den Eigentümerschutz gestärkt. Die Berufung ist von uns zuvor vor dem Oberlandesgericht Nürnberg vertreten worden.

Das Verfahren kam Dank einer brillanten Nichtzulassungsbeschwerde von Herrn Rechtsanwalt am BGH Dr. Thomas vom Plehwe durch das Nadelöhr der Zulassung durch den BGH mit einer Erfolgsquote von durchschnittlich 4 % . Es ist ohnehin unverständlich, wie oft Oberlandesgerichte keine Revision zulassen, weil die Angelegenheiten keine allgemeine Bedeutung hätten, was in den meisten Fällen nicht stimmt.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg auf und verwies das Verfahren zurück an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts.

Die Ersitzung ist der häufigste Erwerbstatbestand bei gestohlenen und abhandengekommenen Kunstwerken. Grundsätzlich reichen hierfür zehn Jahre gutgläubiger Eigenbesitz. Hierfür reicht es, dass der in Anspruch genommene die Bilder zehn Jahre als eigene besessen hat. Dies liegt in der Regel vor, wenn dem Besitzer keine Anhaltspunkte für ein Diebstahl oder Abhandenkommen bekannt sind.

Die Rechtsprechung hat die Gutgläubigkeit in vielen Fällen leider immer viel zu großzügig angenommen. Der Bundesgerichtshof hat dem jetzt einen Riegel vorgeschoben und gefordert, dass der Besitzer eine sekundäre Darlegungslast hat. Er muss also seine Gutgläubigkeit plausibel machen, dass er keine Anhaltspunkte hatte oder ihm Dinge aufgefallen sind, woraus er schlussfolgern muss, dass ihm die Werke nicht gehören können.

Im vorliegenden Fall will der Vater des Beklagten die äußerst teuren Kunstwerke in einer Galerie in Dinkelsbühl gekauft haben. Zum Kaufpreis schwieg sich der Beklagte aus. Ein äußerst niedriger Kaufpreis ist natürlich ein wichtiger Anhaltspunkt. Werke von Hans Purrmann fangen heute den Kunstmarkt bei 50.000 € an.

Doch gibt es überhaupt eine Galerie in Dinkelsbühl, die so hochwertige Werke der klassischen Moderne verkauft? Wir haben dort keine Galerie gefunden. Es wurde auch keine konkret vom Beklagten benannt.

Die gestohlenen Werke waren ausgeschrieben mit Hans Purrmann signiert, sodass nach nur kurzer Recherche auch jedem Laien klar sein muss, dass er etwas besonderes haben muss was eine Menge wert ist.

So ging es auch dem Käufer der schönen Gemälde von Hans Purrmann. Es schenkte diese später seinem Schwiegersohn für den Hausbau und den Unternehmensstart. Heute ist dieser der Beklagte. Als der so reich beschenkte Beklagte die Bilder zu Geld machen wollte, wendete er sich diskret an ein Schweizer Aktionshaus für hochwertige Kunst. Trotzdem behauptete er, den hohen Wert nicht gekannt zu haben.

Das Auktionshaus fragte pflichtgemäß beim Purrmann Archiv nach, der dem Auktionator darauf hinwies, dass die Werke als gestohlen gemeldet sind. Kurz darauf besuchte die Polizei den Autohändler in seiner Werkstatt. Panisch sind die Bilder vom Besprechungszimmer abgehängt und in der Werkstatt vor der Polizei versteckt worden. Macht das ein gutgläubiger Eigenbesitzer?

Das alles genügte dem Oberlandesgericht Nürnberg nicht. Er sprach dem Kläger trotz Vorlage der Ermittlungsakte sogar ab, dass die Werke in seiner Villa in Stuttgart gestohlen worden sind. Auch seien die Werke ja gegebenenfalls nicht von Hans Purrmann, sondern eine Fälschung. Diese doch recht rüde Handhabung war nicht nur uns, sondern auch dem Bundesgerichtshof zu viel. Das Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg sei geeignet, das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtsprechung zu erschüttern, so die Vorsitzende des Bundesgerichtshofs Stresemann.

Doch das Gesetz selbst ist auch noch immer notleidend. Mit der Ersitzung wollte man ursprünglich Erwerbern helfen, welche gutgläubig gestohlene Gegenstände erworben haben. Der Paragraf ist aber so weit gefasst, dass jeder, der eine Sache in gutgläubigen Eigenbesitz hat, nach zehn Jahren Eigentümer wird. Die Beweislast gegen die Gutgläubigkeit liegt bislang noch immer beim Bestohlenen. Das muss dringend geändert werden.

Herr Bullinger ist der Anwalt des Kunstmuseums Bern, der Erbin der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. In einem aktuellen Beitrag in der FAZ spricht er dem großzügigen Erblasser Gurlitt pauschal jede Gutgläubigkeit ab. Das ist nicht nur unfein gegenüber Gurlitt und seiner Erbin, sondern schlicht falsch.

Die Ersitzung ist neben der Verjährung ein veritabler Restitutionskiller bei Raubkunst. Wer also faire und gerechte Lösungen will, muss die Beweislastverteilung ändern. So sieht es übrigens auch die BGH Vorsitzende Stresemann.

Wir kämpfen weiter und hoffen, dass der neue Senat am Oberlandesgericht Nürnberg das Eigentum des Klägers auch vor einer hoffentlich baldigen Gesetzesänderung bei der Ersitzung anerkennt und die Bilder bald nach Hause kommen können.

Rechtsanwalt Dr. Hannes Hartung ist seit 2002 Spezialist für internationales Kunstrecht. Er brachte den Fall der sitzenden Frau von Hans Purrmann vor den Bundesgerichtshof.

15 Okt Erfolgreiche Restitution eines Beutekunstgemäldes nach Polen

Dr. Hannes Hartung hat erfolgreich für die Republik Polen ein Gemälde von Marcin Zaleski nach Hause geholt.

Hierfür handelte er mit dem ehemaligen Besitzer eine einvernehmliche Lösung aus.

Dies ist bereits die zweite erfolgreiche Restitution von Beutekunst an die Republik Polen durch Dr. Hartung.

Das Bild zeigt das Innere der Mailänder Kathedrale und wurde während des zweiten Weltkrieges von NS-Kunsträubern

nach Österreich verschleppt und dort bei einem Auktionshaus versteigert.

Weitere Informationen zu diesem Fall können Sie hier lesen (auf Englisch).

Die Kunst, Kanzleien mit Kunst zu schmücken

Eine Kanzlei, in der leere Wände und ein nichts­sa­gender Eingangsbereich vor­herrschen, ist kein Ort zum Wohlfühlen, aber der perfekte Anlass, sich mit Kunst zu beschäftigen. Ein paar Bilder an der Wand können nämlich Wunder vollbringen, was die Wirkung eines Raums angeht. Da reicht oft schon das eine, mit viel Bedacht gewählte Werk. Man muss ja nicht gleich soweit gehen, seine Räumlichkeiten zur Galerie umzugestalten. Oder doc­h?

Die Kanzlei als Galerie

Dr. Hannes Hartung von der Kanzlei THEMIS Hartung & Partner in München hat vor gut zwei Jahren die Initiative ergriffen und tatsächlich den Empfang sowie das Besprechungszimmer der Kanzlei in eine Galerie verwandelt. Die passend benannte ›GalerieKanzlei‹ liegt in Sichtweite der Münchner Pinakothek der Moderne. Natürlich ist Dr. Hartung selbst Sammler, genauso wie einige seiner Mandanten – schließlich ist er auch ein nicht ganz unbekannter Kunstrechtler.

Kunst passend zum Rechtsgebiet

Das soll aber niemanden, der sich nicht auf Kunstrecht spezialisiert hat, davon abhalten, sich Kunst in die Kanzlei zu holen. Allerdings sollte im Vorfeld die eine oder andere Überlegung angestellt werden, womit man seine Räume schmücken möchte. Oder wie es auf Neudeutsch so schön heißt: Welche Message soll das Ganze rüberbringen? Wer Wert darauf legt, sich als alteingesessene Institution zu präsentieren, in der Tradition und Stabilität hochgehalten werden, für den ist die dreihundert Jahre alte Landschaft in Öl mit Goldrahmen sicher angebrachter als in einer Kanzlei, die sich auf E-Commerce oder Smart Contracts spezialisiert hat. Aber auch Zeitgenössische Kunst ist nicht nur den ›jungen Wilden‹ zu überlassen.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Bei dem Stichwort Kunst denken die Meisten als erstes an Gemälde. Dem einen oder anderen fallen noch Collagen oder eventuell Fotografien ein. Erst der zweite Gedanke gilt Objektkunst, also etwa Skulpturen oder Installationen. Wer aber genug Platz hat, zum Beispiel im Empfangsbereich, sollte ruhig über ein plastisches Werk nachdenken. Je nach Objekt mag es jedoch angebracht sein, vor dem Aufstellen die Putzmannschaft zu warnen, sonst könnte es dem Kunstwerk ergehen wie Joseph Beuys berühmter Fettecke, die von einer wohlmeinenden Putzfrau kurzerhand entsorgt wurde.

Die Wirkung der Farben

Schon der bekannte Psychologe Carl Gustav Jung untersuchte die Wirkung von Farbe auf Menschen. Nicht umsonst enthält unsere Sprache auch so viele farbbezogene Redewendungen, wie »gelb vor Neid«. Kunst hat den Vorteil, dass man mit ihr Farbak­zente setzen kann, während Wandfarbe schnell überwältigend wirkt. Rot etwa gilt als anregend. Durch ihre kraftvolle Wirkung löst eine komplett rote Wand in einem Konferenzraum leicht Aggressionen aus. Ein von dieser Farbe geprägtes Bild hingegen kann zu angeregterem Austausch in einer Besprechung führen. Blau dagegen steht für Klarheit und gilt im Allgemeinen als Konzentration fördernd und entspannend, wodurch es sich etwa für eine Platzierung über dem Schreibtisch anbietet.

Geschmackssache oder Profi-Einrichter

Es soll Kanzleien geben, in denen an jeder Wand Gemälde hängen, weil die Privatwohnung des Inhabers bereits keine Fläche mehr bietet. Hier prägt dann der persönliche Geschmack die Auswahl der Werke. Soll mehr Bedacht auf die Abstimmung zwischen Raum und Kunstwerk gelegt werden, als auf eine bestimmte Epoche oder einen besonderen Künstler, kann es auch eine gute Idee sein, einen Innenarchitekt zu Rate zu ziehen. Diese haben meist gute Bezugsquellen für Kunst und statten Räume als Gesamtkonzept aus.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Wer sich lieber persönlich um den Erwerb küm­mern möchte, hat viele Möglichkeiten. Für das unwiderstehliche Gefühl, eine Entdeck­ung gemacht zu haben, geht man am besten in Galerien oder auf Ausstellungen von Kunstvereinen und Hochschulen. Connaisseurs und Vielreisende zieht es eher auf Events wie die Art Basel oder die Art Miami. Heutzutage lässt sich zudem alles im Internet erwerben, auch Kunst. Auf artnet.com beispielsweise werden hochwertige moderne und zeitgenössische Werke versteigert. Wer Festpreise dem Nervenkitzel einer Auktion vorzieht, wird unter anderem auf sin­gulart.com oder artedio.de fündig.

Tue Gutes, und hänge es an Deine Wand

Wer nach diesem Motto handeln will, kann einzelne Künstler fördern oder auch verschiedene soziale Kreativ-Projekte. Für eine Kanzlei nahe liegend wäre Kunst aus dem Knast: zum Beispiel die Werke der Kunstgruppe der Justizvollzugsanstalt Nürnbergdie speziell für Häftlinge in Untersuchungshaft gegründet wurde. Ähnliche Projekte finden sich in vielen Anstalten.

Ein Original ist ein Original ist ein Original – aber geliehen

Es ist unbestritten, dass die Wirkung auf den Betrachter und die unterbewusste Botschaft dahinter bei einem Original eine ganz andere ist als etwa beim Anblick eines Kunstdrucks. Je nach Werk kann ein Original schnell recht teuer werden. Wer sich frei von jeg­lichem Gedanken an eine Investition Kunst nur um der Kunst willen aufhängen oder aufstellen möchte, oder sich ganz einfach schnell an Werken satt sieht, der kann Kunst auch auf Zeit mieten. In Deutschland gibt es rund 150 Artotheken, die zumeist städtisch organisiert sind und gegen eine geringe Gebühr Malereien, Grafiken, Fotografien, aber auch Plastiken und Skulpturen verleihen. Eine gute Methode für alle Kanzleien also, in denen sich noch keine Kunstobjekte befinden, um zu testen, ob das nicht auch etwas für sie wäre.

Dieser Text stammt aus Beckextra – Das MagazinHier können Sie das Magazin bestellen

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© Verlag C.H.BECK oHG 1995-2019

05 Nov AUSGEZEICHNET! THEMIS ist Art Law Firm of the Year 2019 bei ACQ 5 Global Awards

Auch in diesem Jahr ist THEMIS Hartung & Partner von ACQ Global Awards ausgezeichnet worden.

Hierüber freuen wir uns.

Die ACQ Awards gehören zu den international anerkannten Auszeichnungen im Rechtsmarkt und sind

für ihre profunde redaktionelle Recherche bekannt.

THEMIS gewann hier die Auszeichnungen

Germany – Art Law Firm of the Year 2019

Germany – Trust and Estate Lawyer of the Year 2019.

Wir danken für diese Auszeichnungen und sehen dies als Ansporn für die Zukunft.

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Auch in diesem Jahr ist THEMIS Hartung & Partner von ACQ Global Awards ausgezeichnet worden.
Hierüber freuen wir uns.

Die ACQ Awards gehören zu den international anerkannten Auszeichnungen im Rechtsmarkt und sind
für ihre profunde redaktionelle Recherche bekannt.

THEMIS gewann hier die Auszeichnungen

Germany – Art Law Firm of the Year 2019

Germany – Trust and Estate Lawyer of the Year 2019.

Wir danken für diese Auszeichnungem und sehen dies als Ansporn für die Zukunft.

 

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Weitere Auszeichnungen für THEMIS Hartung & Partner:

 

          

 

 

Dr. Hannes Hartung hat erfolgreich für die Republik Polen ein Gemälde von Marcin Zaleski nach Hause geholt.
Hierfür handelte er mit dem ehemaligen Besitzer eine einvernehmliche Lösung aus.

Dies ist bereits die zweite erfolgreiche Restitution von Beutekunst an die Republik Polen durch Dr. Hartung.

Das Bild zeigt das Innere der Mailänder Kathedrale und wurde während des zweiten Weltkrieges von NS-Kunsträubern
nach Österreich verschleppt und dort bei einem Auktionshaus versteigert.

Weitere Informationen zu diesem Fall können Sie hier lesen (auf Englisch).

Ein Wohnungseinbruch ist für jeden ein Albtraum. Noch schlimmer ist es, wenn hierbei persönliche Dinge, die einem ans Herz gewachsen sind, brutal entwendet werden. Der bekannte deutsche Maler Hans Purrmann hat seine Frau in dem schönen Werk Frau im Sessel in Sorrent im Jahr 1924 porträtiert und später seiner Tochter geschenkt. Daneben wurde das Werk Blumenstrauß aus dem Jahr 1939 gestohlen

In einem wegweisen Urteil hat der Bundesgerichtshof am 19. Juli 2019 den Eigentümerschutz gestärkt. Die Berufung ist von uns zuvor vor dem Oberlandesgericht Nürnberg vertreten worden.

Das Verfahren kam Dank einer brillanten Nichtzulassungsbeschwerde von Herrn Rechtsanwalt am BGH Dr. Thomas vom Plehwe durch das Nadelöhr der Zulassung durch den BGH mit einer Erfolgsquote von durchschnittlich 4 % . Es ist ohnehin unverständlich, wie oft Oberlandesgerichte keine Revision zulassen,  weil die  Angelegenheiten keine allgemeine Bedeutung hätten, was in den meisten Fällen nicht stimmt.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg auf und verwies das Verfahren zurück an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts.

Die Ersitzung ist der häufigste Erwerbstatbestand bei gestohlenen und abhandengekommenen Kunstwerken. Grundsätzlich reichen hierfür zehn Jahre gutgläubiger Eigenbesitz.  Hierfür reicht es, dass der in Anspruch genommene die Bilder zehn Jahre als eigene besessen hat. Dies liegt in der Regel vor, wenn dem Besitzer keine Anhaltspunkte für ein Diebstahl oder Abhandenkommen bekannt sind.

Die Rechtsprechung hat die Gutgläubigkeit in vielen Fällen leider immer viel zu großzügig angenommen. Der Bundesgerichtshof hat dem jetzt einen Riegel vorgeschoben und gefordert, dass der Besitzer eine sekundäre Darlegungslast hat. Er muss also seine Gutgläubigkeit plausibel machen, dass er keine Anhaltspunkte hatte oder ihm Dinge aufgefallen sind, woraus er schlussfolgern muss, dass ihm die Werke nicht gehören können.

Im vorliegenden Fall will der Vater des Beklagten die äußerst teuren Kunstwerke in einer Galerie in Dinkelsbühl gekauft haben. Zum Kaufpreis schwieg sich der Beklagte aus. Ein äußerst niedriger Kaufpreis ist natürlich ein wichtiger Anhaltspunkt. Werke von Hans Purrmann fangen heute den Kunstmarkt bei 50.000 € an.

Doch gibt es überhaupt eine Galerie in Dinkelsbühl, die so hochwertige Werke der klassischen Moderne verkauft? Wir haben dort keine Galerie gefunden. Es wurde auch keine konkret vom Beklagten benannt.

Die gestohlenen Werke waren ausgeschrieben mit Hans Purrmann signiert, sodass nach nur kurzer Recherche auch jedem Laien klar sein muss, dass er etwas besonderes haben muss was eine Menge wert ist.

So ging es auch dem Käufer der schönen Gemälde von Hans Purrmann. Es schenkte diese später seinem Schwiegersohn für den Hausbau und den Unternehmensstart. Heute ist dieser der Beklagte.  Als der so reich beschenkte Beklagte die Bilder zu Geld machen wollte, wendete er sich diskret an ein Schweizer Aktionshaus für hochwertige Kunst. Trotzdem behauptete er, den hohen Wert nicht gekannt zu haben.

Das Auktionshaus fragte pflichtgemäß beim Purrmann Archiv nach, der dem Auktionator darauf hinwies, dass die Werke als gestohlen gemeldet sind. Kurz darauf besuchte die Polizei den Autohändler in seiner Werkstatt. Panisch sind die Bilder vom Besprechungszimmer abgehängt und in der Werkstatt vor der Polizei versteckt worden. Macht das ein gutgläubiger Eigenbesitzer?

Das alles genügte dem Oberlandesgericht Nürnberg nicht. Er sprach dem Kläger trotz Vorlage der Ermittlungsakte sogar ab, dass die Werke in seiner Villa in Stuttgart gestohlen worden sind.  Auch seien die Werke ja gegebenenfalls nicht von Hans Purrmann, sondern eine Fälschung. Diese doch recht rüde Handhabung war nicht nur uns, sondern auch dem Bundesgerichtshof zu viel. Das Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg sei geeignet, das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtsprechung zu erschüttern, so die Vorsitzende des Bundesgerichtshofs Stresemann.

Doch das Gesetz selbst ist auch noch immer notleidend. Mit der Ersitzung wollte man ursprünglich Erwerbern helfen, welche gutgläubig gestohlene Gegenstände erworben haben. Der Paragraf ist aber so weit gefasst, dass jeder, der eine Sache in gutgläubigen Eigenbesitz hat, nach zehn Jahren Eigentümer wird. Die Beweislast gegen die Gutgläubigkeit liegt bislang noch immer beim Bestohlenen. Das muss dringend geändert werden.

Herr Bullinger ist der Anwalt des Kunstmuseums Bern, der Erbin der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. In einem aktuellen Beitrag in der FAZ spricht er dem großzügigen Erblasser Gurlitt pauschal jede Gutgläubigkeit ab. Das ist nicht nur unfein gegenüber Gurlitt und seiner Erbin, sondern schlicht falsch.

Die Ersitzung ist neben der Verjährung ein veritabler Restitutionskiller bei Raubkunst. Wer also faire und gerechte Lösungen will, muss die Beweislastverteilung ändern. So sieht es übrigens auch die BGH Vorsitzende Stresemann.

Wir kämpfen weiter und hoffen, dass der neue Senat am Oberlandesgericht Nürnberg das Eigentum des Klägers auch vor einer hoffentlich baldigen Gesetzesänderung bei der Ersitzung anerkennt und die Bilder bald nach Hause kommen können.

 

Rechtsanwalt Dr. Hannes Hartung ist seit 2002 Spezialist für internationales Kunstrecht. Er brachte den Fall der sitzenden Frau von Hans Purrmann vor den Bundesgerichtshof.

Wir freuen uns, bei THEMIS ab sofort mit Dr. Armin Sieber Litigation PR und Presse – Medienrecht integriert unter einem Dach anbieten zu können. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Vertretung kritischer Fälle, die sowohl eine intelligente Rechtskommunikation bei reputationsgefährdenden wahren Tatsachenbehauptungen als auch das schnelle anwaltliche Eingreifen bei falschen bzw. ehrabschneidenden Tatsachenbehauptungen mit den klassischen Mitteln des Presserechts durch umgehende Abmahnung und einstweilige Verfügung ermöglicht. In bestimmten Fällen empfiehlt sich von vornherein das gemeinsame Vorgehen mit Dr. Sieber im Litigation PR im Team mit RA Dr. Hartung für die effektive anwaltliche Interessensvertretung.

Sieber Senior Advisors ist seit geraumer Zeit eine bekannte Größe, wenn es um anspruchsvolle Kommunikationsfragen geht. Jetzt hat die angesehene Kommunikations-Beratung einen neuen Standort im Herzen Münchens bezogen: Mitten im Kunstareal nutzt das auf Corporate Communications spezialisierte Team die Räumlichkeiten der GalerieKanzlei. Nach dem Motto: Offene Räume für offenes Denken, arbeiten hier Kommunikationsprofis und Anwälte inmitten zeitgenössischer Kunst unter einem Dach.

Armin Sieber und sein Team beraten immer dann, wenn es um viel geht: Crisis & Litigation, Finance & Transaction, Executive Communication, Transformation & Change. Unter den Mandanten befinden sich angesehene Manager und Stiftungen, internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Kanzleien, mittelständische Unternehmen und globale Großkonzerne.

„Für unsere Mandanten ist das ein echter Gewinn,“ meint Gründer und Geschäftsführer Armin Sieber. „In der Krisen können wir nun jederzeit auch medienrechtliche Expertise hinzuziehen, falls die Waffen der PR einmal nicht mehr ausreichen.“ Alle übrigen wirtschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen, die Sieber häufig in Zusammenarbeit mit anderen großen Kanzleien begleitet, bleiben davon selbstverständlich unberührt.

Die GalerieKanzlei wird durch die Anwälte von Themis Hartung & Partner betrieben. Hannes Hartung hat sich einen Namen im Bereich Kunst-, Urheber- und Medienrecht gemacht. „Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit Sieber Senior Advisors,“ meint Hartung, „Auch bei unseren Mandanten insbesondere in den Kunstrechtsfällen gibt es häufig Streitsachen, die auch eine enorme Öffentlichkeitswirkung haben. Da arbeiten wir in Zukunft noch enger zusammen, wenn es darum geht, die Reputation unserer Mandanten zu schützen.“

Die neue Adresse lautet:

GalerieKanzlei im Kunstareal / Türkenstraße 11 / 80333 München

Liebe Kunstfreundin,
lieber Kunstfreund,

 

ein großartiges Jahr der Kunst 2018 neigt sich seinem Ende zu.

Ein Höhepunkt war sicherlich die internationale Konferenz zum 20. Geburtstag
der Washingtoner Prinzipien im Haus der Kulturen in Berlin, die eher eine Bestandsaufnahme war, als das wirklich neue
Wege in die Zukunft aufgezeigt worden wären. Hierzu erscheint am kommenden Donnerstag, den 06.12.2018

mein Beitrag in Kunst und Auktionen: Kunstrecht 2018 RA Dr. Hannes Hartung, welchen ich Ihnen vorab zukommen lassen darf.

Passend hierzu füge ich meinen aktuellen Leitfaden für die Praxis zum Umgang mit Raubkunst in Deutschland bei.

Ein Auktion der ganz besonderen Art durften wir im Herbst bei Sotheby´s erleben,
in welchem ganz zufällig nach Zuschlag ein Banksy zur Hälfte geschreddert wurde.
Das war ein Happening der besonderen Art, welche nur Gewinner hat.
Die glückliche Käuferin wird sicher keine Gewährleistungsansprüche wegen Sachmängeln geltend machen.

Wie sehen Sie das? Näheres erfahren Sie in meinem Statement in der WELT AM SONNTAG vom 14.10.2018.

In New York ist die Klage auf Rückgabe des Welfenschatzes zugelassen worden.
Das Gericht geht für seine internationale Zuständigkeit schon jetzt davon aus, dass eine unrechtmäßige Transaktion
des jüdischen Händlerkonsortiums im Zusammenhang mit dem Genozid vorliegen muss- sonst wäre es
international nicht zuständig.  Die böse Vermutung eines Zwangsverkaufes steht im Raum. Hier ist es 5 vor 12
und ich hoffe auf eine ausgewogene Lösung. Sie auch?

Meine ausführliche Analyse in der WELT vom 03.08.2018 lesen Sie hier.

 

Die ersten Erfahrungen mit dem Kulturgutschutzgesetz waren alles andere als gut und
die Planungen für die europäische Verordnung lassen nichts Gutes erwarten.

Eine Analyse zum missglückten Wurf KGSG können Sie hier lesen.

 

Abschließen darf ich mit einem Beitrag zu Künstlernachlässen. 

Herzlich empfehle ich die schöne Publikation „Es bleibt die Kunst“ vom BBK in Bayern.

Dort versucht man auf meine Anregung eine Stiftung Kunsterbe Bayern zur

adäquaten Betreuung der bedeutenden bayerischen Künstlernachlässe zu errichten.

Wir alle hoffen in dieser wichtigen ehrenamtlichen Arbeit auf viel Zuspruch und Unterstützung.

Bereits heute wünsche ich Ihnen eine angenehme Adventszeit und
frohe und geruhsame Weihnachten mit einem guten Rutsch in ein glückliches
und erfolgreiches, gesundes und glückliches neues Jahr 2019.

Hinweisen darf ich noch auf unsere tolle aktuelle Ausstellung von Katerina Belkina
in der GalerieKanzlei, welche gerade fulminant bei Sotheby´s verkauft wurde und mit einer Finissage am 25. Januar 2019 endet.

Im Februar starten wir die neue Ausstellung mit einem Auszug aus der reichen Retrospektive
von dem berühmten Münchener Künstler Peter Schermuly.

Hierzu darf ich Sie herzlich einladen; weitere Infos bei mir oder unter www.galeriekanzlei.com

Ihnen wünsche ich alles Gute und verbleibe

 

Mit herzlichen Grüßen aus München

Ihr

 

 

Hannes Hartung

In der WELT vom 13.10.2018 äußert sich RA Dr. Hannes Hartung zur spektakulären Versteigerung des „Girl with balloon“ von Banksy.

Unmittelbar nach dem Zuschlag wurde das Bild durch einen im Rahmen integrierten Schredder bis zur Hälfte in Streifen geschnitten. RA Dr. Hartung dazu:

„Was ist und worin liegt die bestimmungsgemäße Verwendung eines Banksy?“, fragt Rechtsanwalt Hartung, der hier grundsätzlich einen Sachmangel erkennt, einen Begriff den es im deutschen wie im britischen Zivilrecht gibt: „Aber der vermeintliche Mangel einer hälftigen Zerstörung des Banksy wird selbst zum Kunstwerk, zur Performance und zum Happening.“ Rein juristisch betrachtet werde das Bild so vielleicht sogar noch hochwertiger, „ein performativ geadeltes Super-Unikat“.

Den vollständigen Beitrag können Sie hier lesen.

 

von Rechtsanwalt Dr. Hannes Hartung TEP

Lehrbeauftragter, Testamentsvollstrecker (AGT)

 

VIDEO des Vortrags von RA Dr. Hannes Hartung in der Galerie der Künstler (ab 36:10)

 

Der Künstler ist als Mensch vergänglich, seine Kunst aber bleibt für immer.

 

Liebe Künstler,

liebe Kunstfreunde,

 

kaum ein Thema ist so emotional belastend und tatsächlich herausfordernd wie die Planung der eigenen Nachfolge. Und doch ist die Regelung der Nachfolge seiner Werke so wichtig, dass sich der Künstler schon zu Lebzeiten unbedingt damit beschäftigen sollte. Hierzu darf ich Ihnen eigene Gedanken vortragen:

 

I. Der Künstlernachlass

 

  1. Zum Nachlass gehört allgemein alles, was im Rechtssinne dem Künstler gehörte und jetzt im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben übergeht. Das ist also alles, was dem Erblasser gehörte. Im engeren Sinne ist natürlich als Künstlernachlass das künstlerische Werk des Künstlers entscheidend, soweit es vorhanden ist, oder auch noch erworben werden kann.

 

Für die Entwicklung jeden Künstlernachlasses ist es essentiell, welchen Willen der Künstler hatte. Anhaltspunkte hierfür können sich in seinem Testament finden. Im Regelfall sind es aber die Gespräche mit seinen Angehörigen und Freunden. Ein Künstlernachlass ist kein Selbstzweck.

 

  1. Was also soll der Künstlernachlass machen? Im Regelfall wünscht sich der Künstler die Ausstellung und Verbreitung seiner Werke auch über seinen Tod hinaus. In vielen Fällen stellt sich der wirtschaftliche Erfolg eines Künstlers leider erst nach seinem Tode heraus, sodass auch der Verkauf einzelner Werke sicher dem Willen des Künstlers entspricht. Schließlich ist es bedeutsam, ob die Kunst nicht auch in die Kunstgeschichte eingehen kann, sprich ob eine kunstwissenschaftliche Aufarbeitung beginnen kann.

 

  1. Ausstellungsplätze des Künstlernachlasses können neben Galerien auch Museen und Auktionshäuser sein. Bevor man aber diesen Schritt macht, muss man das Werk sichern und inventarisieren. Als erster Schritt steht das Inventar, dann folgt ein detailliert beschriebener Katalog.

 

Wie in allen Dingen im Leben bedürfen solche Schritte der Finanzierung, welche unter anderen durch Verkäufe möglich sind. Gängige Einnahmequellen sind Verkäufe von Werken aus dem Künstlernachlass. Möglich sind auch Vergütungen durch die Verwertungsgesellschaft VG Bild Kunst, welche die Verwertungsrechte des verstorbenen Künstlers in der Regel wahrnehmen.

 

  1. Hier ist das Folgerecht bedeutsam, welches in Deutschland eine Beteiligung in Höhe von 4 % bis zu 3000 Euro und ab 50.000-100.000 Euro eine Beteiligung von 3 % gewährt. War der Künstlers als Bildhauer skulptural tätig, kann man auch an posthume Reproduktionen durch Küsse und Abflüsse denken.

 

Grundsätzlich empfehle ich, dass Künstlernachlässe erst ab einem Wert der Kunstwerke von mindestens Euro 300.000 alleine betrieben werden.

 

  1. Das Archiv ist das Herzstück eines Künstlernachlasses. Das Künstlerarchiv ist für die Kunstgeschichte unverzichtbar. Im Künstlerarchiv finden sich sämtliche Aufzeichnungen Korrespondenzen des Künstlers, sowie seine Werkdokumentationen. Ein Werkverzeichnis eines bedeutenden Künstlers ist unabdingbar, um die Instanz für die Zuschreibung der Werke zu sein. Ein Werkverzeichnis muss vollständig sein. Was nicht im Werkverzeichnis enthalten ist, gilt als nicht authentisch. Gleichwohl muss man auch alle Werke ins Werkverzeichnis aufnehmen, welche zum Oeuvre des Künstlers gehören, aber auch im Eigentum Dritter steht.

 

II. Bestand und Nachhaltigkeit des Nachlasses

 

  1. Bitte prüfen Sie den Künstlernachlass materiell kritisch. Emotional und immateriell sind die Werke unbezahlbar und vielleicht sogar quasi unverkäuflich. Ausgangslage ist und bleibt in materieller Hinsicht jedoch zunächst einmal, zu welchen Preisen die Werke in den letzten Jahren am Kunstmarkt primär (erstmals) oder gar sekundär (mindestens ein zweites Mal) verkauft wurden. Die Marktwerte, soweit diese nicht schon bekannt sind, können Sie mit artprice.com oder durch externen Sachverstand (durch vereidigte Kunstsachverständige und Kunstberater) recherchieren.

 

  1. Es macht keinen Sinn, viel Geld zu investieren, wenn bereits zu Lebzeiten keine höheren Gewinne als 300.000 € erzielt wurden, wobei man mindestens € 50.000 im Jahr erzielt haben sollte. Mit einem Umsatz von € 50.000 im Jahr hat man die Mindestkosten erzielt, wenn man einen externen Kurator beschäftigen will, der sich des Nachlasses annimmt. Schon deswegen wird es bei den meisten Künstlernachlässen sinnvoll sein, mehrere Künstlernachlässe zu bündeln. In diesen Fixkosten sind das Personal, Immobilie (Anmietung), und knappe Verwaltungs- und Reisekosten kalkuliert. 50.000 € sind also der jährliche Mindestbetrag, der investiert werden muss, wenn Personal finanziert werden muss.

 

Das oberste Ziel des Künstlernachlasses ist es sicherlich, den Künstler am kulturellen Leben auch nach seinem Tod durch Ausstellungen teilhaben zu lassen. Hinzu kommt die Vermarktung auf dem primären auf dem Sekundärmarkt. Wurde das Werk ohnehin schon einmal verkauft, ist eine weitere Vermarktung in der Regel einfacher als auf dem Primärmarkt.

 

  1. Doch keine Bange. Erreicht der Künstlernachlass die genannten Zahlen nicht, sollte man sich mit weiteren Nachlässen in Künstlernachlassgemeinschaften Gemeinsam kann man gerade auch beim Thema Kosten Synergien für Ausstellungsräume erheblich Geld sparen.

 

Haben Sie all diese Fragen geklärt, können Sie die Nachlassarbeit angehen. Der Nachlass kann auf verschiedene Arten und Weisen verwaltet werden. Denkbar ist die private Verwaltung durch die Erben des Künstlers. Der Nachlass bleibt dann im Privatvermögen der Familie. Ein prominentes Beispiel ist der auch vom Autor vertretene Joseph Beuys Estate.

 

III. Der Künstlernachlass in einer Stiftung und steuerliche Fragen

 

  1. Grundsätzlich ist es möglich, den Küsternachlass in eine eigene Rechtsidentität wie zum Beispiel einer Stiftung zu geben. Eine Stiftung ist eine rechtlich selbständige Vermögensmasse. Auch hier gilt eine Wertgrenze von 300.000 €, wenn man eine selbstständige rechtsfähige Stiftung gründen möchte.

 

  1. Zu klären ist hier, wer die Stiftung verwalten soll. Sind es die Erben selbst oder soll dies ein professioneller Manager machen? Die Errichtung einer Stiftung bringt eine Reihe von erheblichen steuerlichen Vorteilen mit sich. Es sind Sonderausgabenabzüge von bis zu 1 Million €, welche auf bis zu zehn Jahre verteilt werden können, möglich. Durch die Errichtung einer gemeinützigen Stiftung kann man Spendenbescheinigungen ausstellen, welche Spender steuerlich geltend machen können.

 

  1. Zudem können Spenden und Zustiftungen zum Kapitalgrundstock bis zu 20 % als Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte beim Spender abgezogen werden können. Soweit der Künstler Nachlass im Kapitalgrundstück einer gemeindlichen Stiftung ist, wird er überhaupt nicht besteuert. Ein wertvoller Künstlernachlass sollte auf jeden Fall in eine Stiftung innerhalb eines Jahres nach dem Tod des Künstlers überführt werden, wenn ansonsten hohe Erbschaftssteuern fällig sind. Der Freibetrag beträgt Euro 500.000 für den Ehegatten und Euro 400.000 für Kinder. Entferntere Freunde und Verwandte haben aber nur ein Freibetrag von 20.000 Euro.

 

  1. Bei der Kunststiftung kann in einer Gestaltung als gemischte Stiftung bis zu einem Drittel der Erträge durch Erben für eigene Zwecke verwendet werden. Alle weiteren Mittelverwendungen müssen den Nachlass zugutekommen. Vermögensumschichtungen innerhalb des Künstlernachlasses sind in der Regel unschädlich, wenn die daraus gewonnenen Mittel gemeinnützigkeitskonform verwendet werden. Zwei Drittel muss in die konkrete Stiftungsarbeit fließen, ein Drittel kann bei den Erben bleiben.

 

IV. Verwaltung des Nachlasses und Nachlassgemeinschaften

 

  1. Reicht das eigene Sammlungsvolumen nicht für eine Stiftung aus, sollte man sich mit mehreren Künstlernachlässen zusammentun und mit diesen gemeinsam eine Stiftung errichten. Für Bayern habe ich ja bereits die Dachstiftung Kunsterbe Bayern angeregt, welche bedeutsame bayerische Künstlernachlässe für die Ewigkeit bewahren und zeigen soll.

 

  1. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und andere große Museen nehmen nur herausragende Künstler an und von denen dann auch nur die herausragenden Werke. Man sollte daher gewissenhaft prüfen, ob es Sinn macht, die Blue Chips eines Künstlernachlasses in die öffentliche Hand aus der Hand zu geben, während der Rest ja noch immer ebenso zum Küsternachlass gehört und gut verwaltet sein will.

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  1. Ein Küsternachlass sollte so geführt werden, wie sich der Künstler wünschte oder aber auch die Urheberrechte vergütet werden. Das Urheberrecht erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers. So kann man entscheiden, ob man einen Sunset oder ein Eternity Estate Bei einem Sunset Estate Nachlass wird dieser noch ca. 20 Jahre gezeigt.

 

V.  Fazit

Gründung einer gemeinsamen Stiftung Kunsterbe Bayern

 

Die immensen finanziellen Herausforderungen können in Bayern meines Erachtens nur durch eine gemeinsame Stiftung Kunsterbe Bayern langfristig erfolgreich gelöst werden.

 

Eine Stiftung Kunsterbe Bayern als Dachorganisation und Rahmen für die bedeutsamen bayerischen Künstlernachlässe ist meines Erachtens schon wegen der Finanzierung und denkbaren Unterstützung der öffentlichen Hand unabdingbar. Die Stiftung sollte ein eigenes Museum für die Künstlernachlässe haben, in welchen die Werke der Künstler in Wechselausstellungen gezeigt werden. Zudem würden all diese Sammlungen von Kuratoren intensiv betreut.

 

Von der Plattform eines Museums aus wird es auch viel besser und leichter sein, die bedeutenden Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auch für den nationalen und internationalen Leihverkehr interessant zu machen. Lassen Sie uns dieses wichtige Thema gemeinsam angehen. Gemeinsam sind wir stärker.

 

Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit Ihnen zu Gründung der Stiftung Kunsterbe Bayern. Ich habe hierfür schon die Website www.kunsterbe.org gesichert.

 

Sollten Sie zu diesem Beitrag oder zu Ihrem Künstlernachlass noch weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen jederzeit gerne auch persönlich zur Verfügung. Meine Kontaktdaten finden Sie unten.

 

Ich wünsche Ihnen und dem Künstlernachlass, sei er von Ihnen selbst oder von ihrem lieben Verstorbenen, alles Gute und eine erfolgreiche Zukunft!

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihr Hannes Hartung